Beratungsbrief Nr. 2
Der BankStrategieBerater - Auf Augenhöhe mit der Bank
Ausgabe 2/12  
 
     
  Sehr geehrter Herr Mustermann,

„Wenn die Bank den Kredit kündigt.
Als Folge der Rezession müssen immer mehr Unternehmen um ihre langfristige Fremdfinanzierung bangen“.


So titelte kürzlich das Handelsblatt und schlug damit in die gleiche Kerbe wie viele andere Medien. In den letzten Wochen erreichen mich häufig ähnliche Fragen von Interessenten, Kunden und Lesern dieses Beratungsbriefs: trifft das auch für kleine und mittelständische Unternehmen zu? Ändert sich wirklich etwas an unserem Kontakt zur Bank? Werden die Chancen wirklich schlechter?

Meine intensiven Gespräche mit Bankern bestätigen diese Angst nur bedingt. Sicher – alle sind vorsichtiger geworden. Aber es gilt heute wie noch vor einem Jahr: wer sich langfristig gut vorbereitet, wer sich um die Beziehung zur Bank kümmert und aktiv Informationen liefert hat gute Chancen auf Fremdfinanzierung.

Daher geht es in dieser Ausgabe weiter mit Beiträgen und Interviews rund um gute Zusammenarbeit mit der Bank.

Ich wünsche Ihnen für das angebrochene Jahr 2009 viel Erfolg – persönlich, beruflich und im Kontakt zu Ihrer Bank!

Herzlich

Willi Kreh
Der BankStrategieBerater
 
     
 
     
  Lesen Sie in dieser Ausgabe:
 
     
 
- Papierkram: Welche Unterlagen Sie immer parat haben sollten
- Interview mit Boris Kniß, Abteilungsleiter Gewerbekundenberatung der Volksbank Mittelhessen eG
- Ihre 3 „Geheimtipps“ für Daten die überzeugen?
 
     
 
     
  Papierkram: Welche Unterlagen Sie immer parat haben sollten

Unsicherheit greift um sich! Nicht nur Bankkunden sorgen sich um ihre Kredite und Konditionen, sondern auch die Bankberater selber leiden massiv unter den Folgen der Finanzkrise. Wer jetzt gute Geschäfte mit seiner Bank machen will, bietet ihr größtmögliche Sicherheit. Und was schafft diese Sicherheit? Gute Unterlagen, die alle wesentlichen Eckpfeiler Ihres Unternehmens transparent machen.
Dazu ein kleines Experiment. Bitte nehmen Sie sich genau 5 Minuten Zeit, um die folgenden Unterlagen griffbereit zu haben:

  • Letzter Jahresabschluss
  • Planungsrechnung für das laufende Jahr – monatlich mit SOLL/IST-Abgleich
  • Planungsrechnung für das kommende Jahr – quartalsweise aktualisiert
  • Aktuelles Organigramm mit Profilen Ihrer Führungskräfte
  • Vertragliche Regelungen, die für die Bank wichtig sind
Und, hat das funktioniert? Hatten Sie diese Unterlagen fertig erstellt und griffbereit? Falls ja: meinen Glückwunsch – Sie haben eine gute Grundlage, um Ihrer Bank die nötige Sicherheit zu verschaffen. Falls nein, empfehle ich Ihnen dringend, genau dieses Material zu erstellen und laufend griffbereit zu haben. Es schafft Ihnen als Unternehmer den nötigen Überblick und Ihre Bank freut sich über aktuelle Informationen. Sie bieten ihr einen dreifachen „Service“: Große Entscheidungssicherheit, sofort griffbereite Unterlagen und damit Zeitersparnis, interne Dokumentation den Vorgesetzten gegenüber. Ein dreifacher Pluspunkt für Sie!

Wie wichtig das ist, lesen Sie im folgenden Interview!
 
     

     
  Interview mit Boris Kniß, Abteilungsleiter Gewerbekundenberatung der Volksbank Mittelhessen eG

Zur Person

Nach meiner Ausbildung und einigen Jahren Tätigkeit im Auslandsgeschäft einer deutschen Großbank bin ich seit nunmehr 15 Jahren im Firmen- und Gewerbekundengeschäft der Volksbank Mittelhessen tätig. Dort leite ich die Abteilung Gewerbekundenberatung für das Gesamthaus. Neben der Qualifikation zum Genossenschaftlichen Bankbetriebswirt habe ich an der Akademie Deutscher Genossenschaften den Titel Außenhandelsbankkaufmann erworben. Meine primäre Aufgabe sehe ich darin, mit der Volksbank Mittelhessen in der Region für die Region aktiv zu sein.

Welche Unterlagen sollte ein Unternehmer regelmäßig vorlegen?

Grundsätzlich gilt: Die vorgelegten Unterlagen sollten aktuell, vollständig und aussagefähig sein. Der Umfang der Unterlagen ist wiederum von Art und Umfang der Geschäftsbeziehung abhängig.

Wichtig für die Bank ist zu wissen, wo der Unternehmer in welchem Zeitraum mit welchen Maßnahmen und Aktivitäten stehen möchte. Dies sollte in einer Planung festgehalten sein, über die jeder Unternehmer in seiner Schreibtischschublade verfügt.

Obligatorisch sind weiterhin Gewinnermittlung bzw. Jahresabschluss. Diese sollten der Bank möglichst innerhalb von 9 Monaten nach Geschäftsjahresende vorliegen. Ebenso sind unterjährige betriebswirtschaftliche Auswertungen unerlässlich, um einen möglichst aktuellen Einblick in die Unternehmenstätigkeit zu bekommen. Zur BWA gehören neben der Summen- und Saldenliste und dem Wertenachweis auch die Listen der offenen Posten, sowohl hinsichtlich Debitoren als auch Kreditoren. Sofern auch die Sicherungsübereignung des Warenlagers vereinbart wurde, sind regelmäßig aktuelle Warenbestandslisten einzureichen. Dies wird jedoch auch im Sicherheitenvertrag vereinbart.

Darüber hinaus wird in vielen Fällen die Einkommensteuererklärung des
Unternehmers / Firmeninhabers benötigt.

Um in diesem Dschungel der Möglichkeiten die Orientierung zu behalten ist
eines wichtig:

Der Unternehmer sollte sich mit seinem Bankberater auf Umfang und Turnus der einzureichenden Unterlagen verständigen, um das sinnvolle Maß zu finden und zielgerichtet zu informieren.

Auf was achten Sie bei den Unterlagen?

Bei den Unterlagen, die einer Bank vorgelegt werden, ist es wie bei einem Brief, den man verfasst: Sie müssen die Unterschrift des Absenders tragen.

Inhaltlich liegt das Hauptaugenmerk auf der Vollständigkeit. Sind Positionen wie Zinsen, Abschreibungen und Versicherungsprämien zeitanteilig verbucht? Werden Bestandsveränderungen ausgewiesen, sind außerordentliche Faktoren erkennbar? All diese Punkte erhöhen die Qualität der Unterlagen sowohl für die Bank als auch für den Unternehmer im Hinblick auf die Verlässlichkeit der Zahlen.

Wie wünschen Sie sich den idealen Kontakt eines Unternehmers zur Bank?

Der Kontakt zwischen Unternehmer und Bankberater sollte regelmäßig stattfinden, offen und vertrauensvoll sein (hierzu gehören zwingend beide Seiten), Dialoge sollten konstruktiv und kritisch geführt werden. Beide Seiten sollten sich auf Augenhöhe begegnen, ehrlich und fair miteinander umgehen. Dazu gehört natürlich auch, sich nicht nur die angenehmen Dinge zu sagen, sondern auch dann weiterzumachen, „wenn es mal wehtut“.

Was sind die häufigsten Fehler, die Unternehmer in ihren Angaben machen?

Von häufigen Fehlern seitens der Unternehmer kann man, so denke ich, nicht sprechen. Das wäre zu einfach und auch isoliert betrachtet. Vielmehr sollten wir uns damit beschäftigen, weshalb die Angaben / Unterlagen nicht immer die Aussagekraft haben, die sowohl für den Unternehmer als auch für die Bank wichtig ist, um eine korrekte Einschätzung hinsichtlich des Unternehmenserfolges und somit auch eine genaue Risikoeinschätzung zu ermöglichen.

Oftmals liegt es daran, dass die Netzwerke mit den Partnern Unternehmer – Bank – Steuerberater aufgrund unzureichender Kommunikation nur suboptimal funktionieren. Hier ist jeder der Beteiligten gefragt, im Sinne des gemeinsamen Ziels zu agieren.
 
     

     
  Ihre 3 „Geheimtipps“ für Daten die überzeugen?

Hierauf möchte ich ganz kurz antworten:

Die Daten / Unterlagen müssen aktuell, vollständig und aussagefähig sein!

Der Satz kommt Ihnen sicher bekannt vor. Stimmt, ich habe ihn bereits in die Beantwortung der ersten Frage einbezogen, weil er so wichtig ist. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist die Bank jederzeit entscheidungsfähig.


Mehr Informationen unter: www.vb-mittelhessen.de
boris.kniss@vb-mittelhessen.de
 
     


     
  Kontakt

Willi Kreh Steuerberater und BankStrategieBerater ...für Unternehmer, die noch selbst zur Bank gehen

in Hessen:
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61191 Rosbach v. d. Höhe
Tel.: 06003 91420
in Baden-Württemberg:
Gauthierstraße 108
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Tel.: 07081 5759

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