Beratungsbrief Nr. 4
Der BankStrategieBerater - Auf Augenhöhe mit der Bank
Ausgabe 4 von 12  
 
     
  Sehr geehrte Frau Kreh,

Mut zur Lücke? Das war gestern!

In diesem Beratungsbrief dreht sich alles um das Thema Strategiekonzept. Davon weiß auch Bankberater Saldo Dispo ein Lied zu singen … Warum aber spielt das Strategiekonzept so eine große Rolle? Wie erstellt man es? Und welchen Beitrag leistet der Bankstrategieberater? Antworten liefert der Hintergrundartikel.
Viel Spaß beim Lesen!

Willi Kreh
Der BankStrategieBerater
 
     
 
     
  Lesen Sie in dieser Ausgabe:
 
     
 
- Augen zu und durch
- Das Strategiekonzept: Wichtige Zusatzpunkte für den erfolgreichen Kreditantrag
 
     
 
     
  Augen zu und durch

Gestatten? Saldo Dispo. Ich bin Spaßversteher. Deshalb arbeite ich auch in der Bank – denn da gilt manchmal noch das gute alte Motto „Augen zu und durch“. Das scheint jedenfalls so mancher Kreditnehmer zu denken. Oder warum sonst stehen so viele Kunden ohne ausformuliertes Strategiekonzept in meinem Büro und fragen nach einem Kredit?

Neulich habe ich einen Kunden um eine Kopie seines Strategiekonzepts gebeten. Vollkommen verständnislos hat der mich angeschaut. Eine Strategie habe er zwar, aber leider nicht schriftlich. In seinem Kopf sei jedoch alles gut aufgehoben, denn er würde nie etwas vergessen.

Da habe ich natürlich spontan gefragt, wo denn das Gewinde für seinen Kopf sei. Irgendwie muss er das als Affront aufgefasst haben. Dabei wollte ich eigentlich nur wissen, wie seine leitenden Angestellten auf die Strategie zugreifen können, wenn er mal nicht an einer Besprechung teilnehmen kann. Mit der Möglichkeit, dass er ja auch mal einen Unfall haben könnte, wollte ich ihn erst gar nicht belasten, denn er war ja schon irgendwie gereizt.

Aber immerhin hatte er überhaupt eine Strategie: Es gibt nämlich auch die Kandidaten, die von einer guten Idee alleine leben wollen und auf die Strategie ganz und gar verzichten.

Klar, man kann auch die Sonnenbrille auflassen, wenn man mit dem Auto in einen Tunnel fährt, und sich einfach an den Lichtern des Vordermanns orientieren. Das stelle ich mir ziemlich aufregend vor – aber leider auch ziemlich gefährlich …

Und das Dumme dabei ist, dass wir Banker solche Vokabeln wie Gefahr oder Risiko überhaupt nicht gerne hören. Da nehmen wir fast schon reflexartig eine Abwehrhaltung ein. Und die ist gar nicht förderlich für den Kreditantrag!

Aber vielleicht ist das für manch einen auch so eine Art „Ich sehe was, was du nicht siehst“-Spiel. Eine richtig gelungene Idee, denn ich spiele gerne. Nur leider kann ich das Verlieren nicht ertragen. Besonders, wenn es um Geld geht und ich weiß, dass mein Chef früher oder später auch mitspielen will. Übrigens meistens in dem Moment, wenn ich gerade ganz viel von seinem Geld eingesetzt habe.

Aber umständlich ist es irgendwie schon, einen Kreditantrag so ganz ohne ausformuliertes Strategiekonzept zu stellen. Ein solches Strategiekonzept könnte nämlich vieles erleichtern! Für einen Außenstehenden zum Beispiel das Nachvollziehen. (Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass sich der Banker immer wie ein Außenstehender fühlt?)

Aber ist ja auch egal … Viele bevorzugen eben die „Augen zu und durch“-Methode. Der eine oder andere ist dabei allerdings schon voll gegen meine Bürowand gelaufen. Ziemlich schmerzhaft so was – und eigentlich so leicht zu vermeiden!
 
     

     
  Das Strategiekonzept: Wichtige Zusatzpunkte für den erfolgreichen Kreditantrag

Das Strategiekonzept ist eines der besten Werkzeuge, um einen Kreditantrag aufzupäppeln. Vor allem dann, wenn der übrige Antrag eher auf tönernen Füßen steht. Die Chance, Punkte mit einer nachvollziehbaren Strategie zu sammeln, sollte man jedenfalls nicht leichtfertig vertun.

Kein Mensch kann jemanden dazu zwingen, dem Kreditantrag ein ausformuliertes Strategiekonzept beizulegen. Aber genauso wenig kann irgendwer der Bank vorschreiben, einen Kreditantrag zu bewilligen. Deshalb geht es darum, Extrapunkte zu sammeln. Und das funktioniert am besten mit einem konkreten Strategiekonzept. Zudem schlägt man damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe:

Das Strategiekonzept ist ein wichtiges Steuerungsinstrument, das in keinem Unternehmen fehlen sollte. Eigentlich muss man fast sagen „darf“. Die Realität sieht allerdings anders aus, denn gerade viele kleine und mittlere Betriebe verzichten darauf.

Aber wer ein Unternehmen erfolgreich führen will – ob nun mit hundert, zehn oder null Mitarbeitern – muss einen Plan haben, und es ist ratsam, auch ein tragfähiges Strategiekonzept zu entwickeln. Schon allein deshalb, um eine Art Vertrag über die Zukunft des Unternehmens abzuschließen und Einigkeit über die Ziele zu dokumentieren.

Warum aber ist das Strategiekonzept für den Banker so wichtig? Ganz simpel: Es liefert sehr viele Informationen, die man den nackten Zahlen einfach nicht entnehmen kann.

Der Aufbau eines Strategiekonzeptes mag variieren, jedoch enthält es grundsätzlich …
  • Aussagen zum Markt
  • eine Darstellung der eigenen Position und des eigenen Angebots
  • Soll-Ist-Analysen
  • die Aufgabenstellung und Zielsetzung
  • die entsprechende Strategie
  • einen Maßnahmen- und Aktivitätenplan
  • die Chancen- und Risikoanalyse

Aber der vielleicht wichtigste Aspekt: Der Banker sieht, dass er es mit einem Unternehmer zu tun hat, der seine Position auf Basis eines durchdachten Konzepts verbessern will.

Und warum kann nun ausgerechnet der Bankstrategieberater Hilfestellung bei einem Strategiekonzept bieten? Zunächst ist er vor allem auch Unternehmensberater, der viele Erfahrungen aus vergleichbaren Situationen einbringen kann. Zudem bietet er Ihnen als „unbeteiligter Dritter“ einen neutralen Referenzpunkt, der Sie davor schützt, betriebsblind zu werden.

Das Entscheidende aber ist, dass er über das Know-how des Bankexperten verfügt: Er weiß genau, welche Information wie für die Bank zu verpacken ist. Der Bankstrategieberater wird Sie niemals davon abhalten, Ihre fachlichen Aspekte in das Konzept einzubringen. Aber er wird Wert darauf legen, diese auch mit den für die Bank wichtigen Ansatzpunkten zu unterfüttern.

Fazit: Ein Strategiekonzept kann den entscheidenden Pluspunkt bei der Kreditvergabe ausmachen. Umso leichtfertiger wäre es, sich diesen Vorteil entgehen zu lassen.

Häufige Fehler bei der Erstellung von Strategiekonzepten:

Fehlende Liebe für die äußere Form

„Das Auge isst mit“ – das gilt auch beim Strategiekonzept. Zumal die Menschen eher visuelle Wesen sind.
Oberflächliche Betrachtung

Damit das Konzept sein Ziel erreichen kann, bedarf es einer gewissen Tiefe, aber ohne den interessierten Laien zu überfordern.
Mangelnde Neutralität

Das Konzept wird absolut nutzlos, wenn es nur dazu dient, sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Das gilt übrigens nicht nur für die Vorlage bei der Bank, sondern auch für die unternehmensinterne Verwendung.
Ungeschickte, schwer verständliche Darstellung

Wer den Leser mit schlechten Formulierungen und zu viel „Fachchinesisch“ quasi dazu auffordert auszusteigen, sollte sich auch nicht wundern, wenn der genau das tut.
Fehlende Informationen für die Bank

Auch wenn es bei einem Strategiekonzept nicht um Kennzahlen geht, sollte es doch dem Erlebnishorizont des Bankers angepasst sein. Ein vorhandenes Konzept sollte dementsprechend überarbeitet und aufbereitet werden.
 
     


     
  Kontakt

Willi Kreh Steuerberater und BankStrategieBerater ...für Unternehmer, die noch selbst zur Bank gehen

in Hessen:
Dieselstraße 23
61191 Rosbach v. d. Höhe
Tel.: 06003 91420
in Baden-Württemberg:
Gauthierstraße 108
75323 Bad Wildbad
Tel.: 07081 5759

www.bankstrategieberater.de · info@bankstrategieberater.de